Leider lief die Kommunikation meist ins Leere
"V-Unite International" beschreibt sich selbst auf der Homepage mehrmals als "Vermittler zwischen den Kulturen", indem sie für Betriebe, bei denen Azubinot herrscht, Auszubildende aus dem Ausland anwirbt.
Um den Arbeitsplatz zu erhalten, müssen die Azubis eine vierstellige Summe für einen Platz in einer zehnköpfigen Gruppe für einen Aufbausprachkurs bezahlen. Schüler, die anmerkten, dass sie diesen Kurs nicht wünschen, wurden innerhalb einer internen WhatsAppGruppe an den Pranger gestellt.
Als ich die Mitarbeiter von V-Unite auf Missstände wie die langen und unregelmäßigen Arbeitszeiten (eine Auszubildende musste den Stundensatz von zwei Tagen nacharbeiten, weil sie vergessen hatte, zu stempeln, ein anderer Azubi kommt in seiner 10-Stunden-Schicht kaum zum Essen und hat dadurch in kurzer Zeit 15kg verloren), lautet die Antwort allerdings: "Dafür sind wir nicht zuständig."
Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch das Unternehmen, dessen Rekrutierer mich als Lehrkraft auf einer unabhängigen Plattform für die freie Tätigkeit anwarb. Noch im ersten Monat fiel auf, dass die Unternehmer sich nicht mit der Situation von Freelancern im Ausland auskannten, was kein Problem gewesen wäre, wenn man es einmal angesprochen hätte.
Leider wurden Fehler über den gesamten Zeitraum von einem halben Jahr nie eingeräumt, sondern stets von sich geschoben. Wenn man einen einfachen Ton anschlägt, damit selbst ein Kindergartenkind versteht, welches Anliegen man hat, fühlen sich die Herrschaften auf den Schlips getreten.
Auf die Aufforderung hin, den Kurs audiovisuell aufzuzeichnen, bat ich um die Erfüllung der Datenschutzvoraussetzungen, worauf pampig reagiert wurde und ich mich letztendlich weigerte, denn mir lag keine Einverständniserklärung der Teilnehmer vor.
Auszahlungen fanden nie pünktlich statt, man muss regelmäßig nachhaken und an die Zahlungen erinnern. Als Reaktion erhält man Schuldzuweisungen und andere Ausflüchte. Alles in allem war es sehr unangenehm und vor allem nutzlos, wenn man mit einem Mitarbeiter in Kontakt treten musste, da jede Anfrage erst einmal mit "dafür bin ich nicht zuständig" abgewiegelt wurde. Wer denn nun zuständig sei, muss man dann selbst herausfinden. Innerhalb des Unternehmens wird keine Anfrage weitergeleitet oder gar um Bearbeitung gebeten.







