Taschenkontrollen unter dem Vorwand der Drogensuche.
Die Besucher der Boiler-Sauna waren irritiert und sprachlos: Bei allen wurde vom „Sicherheitspersonal“ die Taschen durchwühlt. Angeblich wurde nach Drogen gesucht, wer aber genauer hinschaute, bemerkte schnell, worum es dem Sicherheitspersonal ging. Mit den Worten „Die bleibt hier“ nahm der Mitarbeiter des Sicherheitsdientes die Wasserflasche aus dem Rucksack des Vordermannes und stellte sie auf die Seite, wo schon viele andere erbeutete Flaschen standen. Danach war die „Suche nach Drogen“ beendet und mein Vordermann durfte rein. Ohne Wasserflasche versteht sich.
Alle fragten sich, ob es dem Boiler tatsächlich schon so schlecht geht, dass die Wasserflaschen der Besucher eingesammelt werden müssen, um die Gäste, nachdem sie in der Sauna ausgiebig geschwitzt haben, zum Verzehr des teuren Wassers an der Bar zu zwingen. Ist es denn wirklich möglich, dass die Sauna mit dem höchsten Eintritt von ganz Deutschland, nicht von den Eintrittsgeldern leben kann? 22 oder 30 Euro für maximal 6 Stunden Aufenthalt. Ist das wirklich nicht genug? Muss gierig noch der letzte Cent aus den Besuchern herausgepresst werden?
Nun, ob der Boiler das muss, wissen wir nicht, aber er kann es. Die Konkurrenz wurde mit Dumpingpreisen (oder nennen wir sie Einführungspreise) in die Knie gezwungen und wer das überlebte, der brannte aus. Nach dem Brand in der Apollo-Sauna hat der Boiler in Berlin das Monopol als einzige Sauna für schwule Männer und macht davon ausgiebig Gebrauch. Schnell wurde die Eintrittszeit verkürzt und von 24 auf 6 Stunden eingedampft. Danach erhöhte sich der Eintrittspreis auf 19,50… dann auf 21…und jetzt auf 22 Euro. Damit aber nicht genug! An besonderen Tagen (und davon gibt es viele) gibt es den „Boosterpreis“, satte 30 Euro nur um reinzukommen. Und drinnen? Auch drinnen Preisanhebungen und Leistungskürzungen. Und weshalb? Man tut es, weil man’s kann: Weit und breit keine Konkurrenz!
Und so geschieht es in Berlin, dass das Publikum in einer langen Schlange ansteht, um sich dann vom Sicherheitspersonal die Wasserflaschen wegnehmen zu lassen.
12 gennaio 2022
Non scritta su invito